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Jul 23, 2007

Erneut Überschwemmungen und Erdrutsche

Das dritte Unwetter innerhalb von drei Tagen hat in der Nacht vor allem in den Kantonen Bern und Luzern zu Überschwemmungen und Erdrutschen geführt. In Bern wurde für die Bewohner entlang der Aare SMS-Alarm ausgelöst. Am meisten Regen fiel auf dem Napf mit 55 Litern pro Quadratmeter.



In den Regionen Gürbetal, Kiesental und Emmental im Kanton Bern standen die Feuerwehren in der Nacht im Grosseinsatz, wie die Kantonspolizei mitteilte. Zahlreiche Bäche traten über die Ufer, viele Hänge kamen ins Rutschen. Die Polizei zählte rund 150 Anrufe wegen Wassereinbrüchen in Keller und Häuser. In Rüeggisberg, Mühlethurnen, Kiesen, Brenzikofen, Walkringen und Langnau traten Bäche über die Ufer. Bei Krattigen und Rüschegg lagen Bäume auf der Strasse. In Oberscherli wurde eine Turnhalle überflutet.
Felssturz verschüttet Strasse bei Interlaken
Erdrutsche wurden aus Goldiwil bei Thun, Horrenbach-Buchen, Habkern und Langnau gemeldet. Um 22.40 Uhr verschüttete zudem ein Felssturz eingangs Interlaken die Hauptstrasse Spiez-Interlaken. Im hinteren Weissenberg in Lenk im Simmental brach in einem Kalberstall ein Brand aus, der laut Polizei vermutlich durch einen Blitzschlag ausgelöst worden war. Tiere kamen nicht zu Schaden.

In Bern stieg die Aare am späten Abend rasant an und überschritt mit 374 Kubikmetern Wasser pro Sekunde an der Messstation Schönau die kritische Marke um neun Kubikmeter. Kurz nach Mitternacht wurde ein Grossaufgebot der Feuerwehr sowie von Teilen des Zivilschutzes und des Quartieramts ausgelöst. Die Menschen in den aarenahen Quartieren wurden per SMS aufgefordert, ihre Liegenschaften auf Eindringen von Grundwasser zu kontrollieren und gegebenenfalls zu räumen.

Sandsacksperren in Bern
Balken-, Schlauch- und Sandsacksperren wurden an den kritischen Stellen erreichtet. Dennoch wurden Teile des Uferwegs beim Altenberg in Bern sowie Teile der Seftau in Bremgarten überflutet, wie die Berner Berufsfeuerwehr mitteilte.

Auch in der Region Luzern sowie im Entlebuch standen die Feuerwehren im Grosseinsatz. Strassen in Schüpfheim, Malters, Kriens und Emmen mussten wegen Überschwemmungen und umgestürzten Bäumen vorübergehend gesperrt werden. Zahlreiche Keller wurden überflutet.

Brüniglinie erneut gesperrt
Im Bahnverkehr musste die Brüniglinie der Zentralbahn heute Morgen wegen eines Erdrutsches zwischen Kaiserstuhl und Giswil erneut gesperrt werden. Sie war nach dem letzten Unwetter vom Freitagabend erst seit gestern Morgen um 10.45 Uhr geräumt und wieder freigegeben worden. Die Zentralbahn setzte Ersatzbusse ein.

Nach Auskunft von MeteoSchweiz fiel im Napfgebiet mit 55 Litern pro Quadratmeter am meisten Regen. In Interlaken wurden 46 Liter gemessen und in Luzern 36 Liter. Die Folgen der neuerlichen Starkniederschläge waren deshalb erheblich, weil die Böden bereits massiv gesättigt sind, wie ein Meteorologe sagte.

Neuer Regenfront am Montagnachmittag
Nach einer Beruhigung wird für Montagnachmittag eine neue Niederschlagzone mit 20 bis 40 Litern Regen pro Quadratmeter erwartet.

Last Update:   Jul 25, 2007 - jbg

Content Source:   tagesanzeiger.ch; (cpm/ap)



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