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Jun 21, 2007

Schweres Unwetter in der Zentralschweiz

Ein heftiges Unwetter – laut Polizei das schwerste seit Jahrzehnten - verursachte im Kanton Schwyz Überschwemmungen und Erdrutsche. Bei Einsiedeln wurde ein Haus weggespült; die Bewohner konnten sich retten. Eine Person wurde erheblich verletzt.



Auch wenn der Gesamtschaden erst bei Tageslicht überblickbar sein werde, stehe schon jetzt fest, dass in den letzten Jahrzehnten kein derart schweres Unwetter die Region heimgesucht habe, teilte die Polizei in der Nacht mit.

Dramatische Szenen spielten sich gemäss Polizei in Unteriberg und in Gross bei Einsiedeln ab. In Unteriberg versuchte ein Mann, bei einer Brücke angeschwemmtes Holz zu entfernen. Dabei wurde er in den hochgehenden Fluss gerissen und bei der Brücke eingeklemmt. Stark unterkühlt und mit erheblichen Verletzungen wurde der Mann ins Spital gebracht. In Gross bei Einsiedeln rissen die Fluten um 22 Uhr ein Haus weg. Die Bewohner konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. In Unteriberg war vorübergehend auch ein Alters- und Pflegeheim vom Hochwasser bedroht; ein Teil der Bewohner musste in die oberen Stockwerke gebracht werden.

Einsiedeln beim Sihlsee am stärksten betroffen
Die ersten Schadenmeldungen trafen um 20.30 Uhr ein. Später traten an zahlreichen Stellen Bäche über die Ufer, und es kam zu Erdrutschen. Die Polizei zählte bis um 1 Uhr mehr als 500 Schadensmeldungen. Am stärksten betroffen waren Gross, Unteriberg, Oberiberg, Euthal, Einsiedeln, Alpthal und Bennau. Die Feuerwehren standen die ganze Nacht im Dauereinsatz. Der kantonale Führungsstab trat in Aktion.
Wasser vor Gebrauch abkochen
In mehreren Ortschaften wurden Tankanlagen unter Wasser gesetzt und Öltanks weggeschwemmt. In Unteriberg wurde die Bevölkerung am frühen Donnerstagmorgen aufgerufen, das verschmutzte Trinkwasser abzukochen. In Teilen der Gemeinde Gross waren die Strom- und die Wasserleitungen unterbrochen; eine Trinkwasserabgabe wurde organisiert. In Gross, Studen und in Unteriberg beschlossen die Behörden, den Schulunterricht am Donnerstag einzustellen. Die Eltern wurden aufgefordert, die Kinder aus Sicherheitsgründen in den Häusern zu beaufsichtigen. Mehrere Verkehrswege sind durch Erdrutsche und Überschwemmungen unterbrochen. Auch Brücken wurden weggerissen. Im Gebiet Gross wurden die Strassen wegen Aufräumarbeiten für heute gesperrt. Schäden wurden auch aus Ausserschwyzer Gemeinden gemeldet. In Buttikon schlug ein Blitz in eine Lokomotive der SBB ein; es kam zu einem Betriebsunterbruch.
Schwere Unwetter auch in der Region Bern
Am frühen Abend hatten sich bereits heftige Gewitter über dem Kanton Bern entladen. Bei der Kantonspolizei gingen rund 50 Meldungen ein. Betroffen waren vor allem die Regionen Hindelbank, Burgdorf, Fraubrunnen und Oberburg. Das Wasser stand in Häusern und Kellern, aber auch in Einstellhallen und Unterführungen.

Viermal Schlug der Blitz in eine Liegenschaft ein, ohne dass es zu einem Brand kam. In Burgdorf fiel ein Baum auf ein parkiertes Auto und in Oberburg einer auf ein Haus. Auch hier blieb es nach Sachschaden. In den Regionen Oberland und Seeland - Berner Jura gingen jeweils einige Einzelmeldungen ein.

Last Update:   Jun 22, 2007 - jbg

Content Source:   www.tagesanzeiger.ch; cpm/ap/sda



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