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Mar 19, 2007

Schnee auf dem Üetliberg

Nach einem Temperatursturz von zwölf Grad schneite es in der Nacht im Mittelland bis auf 600 Meter hinunter. In den Bergen wird in den kommenden Tagen mit bis zu 70 Zentimeter Schnee gerechnet.



Zwei Tage vor dem kalendarischen Frühlingsanfang hat sich in weiten Teilen der Schweiz doch noch der Winter gemeldet. Nach einem Temperatursturz von zwölf Grad fielen auch in tiefen Lagen einige Zentimeter Schnee. Allerdings reichten die Mengen nicht für eine geschlossene Schneedecke, wie Meteorologe Jacques Ambühl von MeteoSchweiz auf Anfrage sagte. Die Schneefallgrenze lag in der Deutschschweiz bei rund 600 Meter, bei anhaltenden Schauern auch tiefer.

Am meisten Schnee erhielt die Nord- und die Nordostschweiz mit fünf bis zehn Zentimetern. Vielerorts schmolz die Schneedecke aber noch im Laufe des Tages wieder weg. Mehr Schnee gab es in den Voralpen und den Bergen: 18 Zentimeter Neuschnee wurden in Einsiedeln im Kanton Schwyz gemessen, 16 Zentimeter in Adelboden im Berner Oberland.

Neben den 14 Pässen mit Wintersperre trafen die Autofahrer am Morgen in höheren Lagen verbreitet schneebedeckte Fahrbahnen an. So zum Beispiel auf den Pässen Bernina, Lenzerheide, Julier, Maloja und Wolfgang. Auch die Zufahrten zu den Autoverladestationen durch den Furka-Tunnel sowie durch den Vereina-Tunnel in Selfranga waren mit Schnee bedeckt.

Temperatursturz
Die Temperaturen waren heute verbreitet um zwölf Grad unter den Werten des Wochenendes. Bern meldete am Nachmittag noch ein Grad, die Genferseeregion zwei Grad. Wärmer war es im Tessin mit bis zu zwölf Grad.

Im Unterschied zu Deutschland kam es auf den Schweizer Strassen vorerst nicht zu schweren Unfällen wegen des Schnee und Eis. Im Kanton Freiburg verlor ein 37-jähriger Autolenker auf der schneebedeckten Autobahn A12 bei Semsales in der Nacht die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallte in die Leitplanken. Er wurde leicht verletzt.

Kälteperiode hält an
Die winterlichen Verhältnisse halten während der kommenden Tage an. Bis Wochenmitte soll es laut MeteoSchweiz weiterhin bis in tiefe Lagen schneien. Insbesondere am Alpennordhang intensivierten sich die Schneefälle.

Die Meteorologen rechnen frühestens am kommenden Wochenende mit wirklich frühlingshaftem Wetter. Zuvor muss bei aufklarendem Himmel vor allem in den Nächten mit starkem Frost gerechnet werden, weil die Luftmassen sehr kalt sind. «Das grösste Schadenspotenzial ist nicht der Schnee sondern der Frost», sagte Ambühl.

So sehen es auch die Bauern, denen das Flockentreiben zunächst keine allzu grossen Sorgen bereitete. Wenn die Temperaturen jedoch auf unter minus fünf Grad fallen sollten, sei der Obstbau in allen Regionen betroffen, sagte Sprecherin Sandra Helfenstein vom Schweizerischen Bauernverband. Zurzeit blühen die Aprikosen und frühe Kirschsorten. Doch auch die Apfel- und Birnenbäume sowie die Knospen der Reben seien weit fortgeschritten und könnten wie die Beeren in einem weiteren Temperatursturz erfrieren.


Last Update:   Nov 30, 1999 - jbg

Content Source:   www.tagesanzeiger.oh; (cpm/rom/ap/sda)



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