Die Konzentration des Treibhausgases Kohlendioxid hat im letzten Jahr einen neuen Rekordwert erreicht. Ab nächster Woche debattieren Wetterforscher in Nairobi am Weltklimagipfel Reduktionsmassnahmen.
Die Forscher der Weltwetterorganisation (WMO)
teilten mit, dass die Konzentration des klimaschädlichen Gases von 2004
auf 2005 erneut um ein halbes Prozent gestiegen sei. «Das geltende
Kyoto-Protokoll wird nicht ausreichen, um diese Konzentrationen zu
stabilisieren, vielleicht wird es die Zunahme bremsen», warnte
WMO-Chefwissenschafter Geir Braathen.
Gestiegen ist auch der Gehalt von Lachgas, dem so genannten
Distickstoff-Oxid (N2O), das ein weiteres sehr wirksames Treibhausgas
ist. Die Konzentration von Methan (CH4) blieb hingegen auf hohem Niveau
gleich.
Gemessen an den Werten, wie sie um das Jahr
1750 und damit vor der Industrialisierung herrschten, ergeben sich
folgende Steigerungen: Kohlendioxid (CO2) plus 35,4 Prozent, Lachgas
plus 18,2 Prozent und Methan plus 154,7 Prozent.
Gemeinsam seien diese drei Gase für 88 Prozent des
Treibhauseffektes verantwortlich, hiess es bei der WMO weiter. Die Gase
werden zum grossen Teil beim Verbrennen von Öl, Gas und Kohle frei.
Wie weiter nach Auslaufen des Kyoto-Protokolls?
CO2 ist alleine für 62 Prozent der vom Menschen verursachten
Erderwärmung verantwortlich. Um das Kohlendioxid wirklich zu
reduzieren, müssten viel drastischere Mittel ergriffen werden als
bislang, ergänzte Braathen.
Gipfel in Nairobi
Unter anderem darüber wird vom 6. bis zum 17. November auf dem
Klima-Gipfel in Nairobi beraten. Dort sollen auch die Weichen gestellt
werden für die Zeit nach dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls im Jahr
2012.
Laut dem Uno-Klimarat IPCC (Intergovernmental Panel on
Climate Change) ist der grösste Teil der Erderwärmung in den
vergangenen 50 Jahren auf von Menschen gemachte Treibhausgase
zurückzuführen. Die Substanzen halten zunehmend die Sonnenenergie in
der Atmosphäre - und damit auf der Erde - zurück.