ThinkBank v2.0

Archive It...

 
  

Nov 02, 2006

Meere bald ohne Fische?

Eine Studie von Meeresbiologen kommt zum Schluss: Wenn die Fischereiindustrie und die Verbraucher ihr Verhalten nicht ändern, sind die Weltmeere schon in rund vierzig Jahren leer gefischt.



Wenn die Artenvielfalt der Meere weiterhin so stark dezimiert wird wie bisher, könnte die Fischerei bereits 2050 zusammenbrechen. Davor warnt eine Gruppe von Ökologen und Wirtschaftsexperten im renommierten Magazin «Science». «Wenn wir unsere Methoden zum Artenschutz nicht grundlegend verändern, wird dies das letzte Jahrhundert mit wild gefangenem Fisch sein», erklärte ein Autor der Stanford-Universität in Pacific Grove in Kalifornien.

Die Forscher nutzten Daten aus einer Vielzahl von Experimenten, Messungen und Fischereiaufzeichnungen. Sie zeigen, dass der seit dem Beginn der Industrialisierung bereits vielfach belegte Rückgang der Artenvielfalt die Produktivität der Meere deutlich verringert.
Sinkende Fischereierträge
In der Folge sinken die Fischereierträge: Eine Untersuchung im Jahr 2003 habe ergeben, dass zu diesem Zeitpunkt bereits knapp ein Drittel der befischten Arten zusammengebrochen sei. Trotz massiver Mehraufwände für die Fischerei gingen die Erträge seit 1994 kontinuierlich zurück.

Auch die Stabilität des Ökosystems Meer und seine Fähigkeit, sich von Schädigungen zu erholen, verringere sich mit sinkender Artenvielfalt. Krankheiten breiteten sich schneller aus, die Lebensräume veränderten sich. Dadurch erhöhen sich auch die Risiken für die Menschen in den Küstenregionen, berichten die Forscher.

Lichtblick
Allerdings gebe es trotz allem einen kleinen Lichtblick betonen die Forscher. Noch sei dieser Prozess umkehrbar. In neu eingerichteten Meeresschutzgebieten steige die Artenvielfalt rasch wieder.

Die Forscher betonen zugleich die gesellschaftliche Bedeutung einer intakten marinen Artenvielfalt. Der Schutz des Ökosystems Meer werde dadurch auch zu einem langfristigen ökonomischen Anliegen. Im Moment sei weniger als ein Prozent des Meeres geschützt.


Last Update:   Nov 03, 2006 - jbg

Content Source:   www.tagesanzeiger.ch; (rom/sda)



factBase entries: 1