Die heftigen Regenfälle habe die Pegelstände von Flüssen und Seen in die Höhe getrieben. Bieler- und Thunersee überschritten die Hochwassergrenze.
Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) verzeichnete vereinzelte
Rekordwassermengen. In den meisten Gebieten wurden aber die Ausmasse
vom Augustunwetter 2005 nicht erreicht.
In der gesamten Nordschweiz sowie im unteren Wallis
liessen die starken Niederschläge die Gewässer ansteigen. Als
aussergewöhnlich bezeichnete Christian Koch von der Abteilung
Hydrologie vor allem die Situation in der Aare vom Abfluss des
Bielersees bis zur Mündung in den Rhein.
In Murgenthal wurde mit rund 1260 Kubikmeter pro
Sekunde ein neuer Abfluss-Rekord verzeichnet. Auch bei Brugg wurde ein
neuer Rekord verzeichnet. Ebenfalls erreichte die Birs bei Moutier mit
75 Kubikmeter pro Sekunde einen neuen Höchstwert.
Bielersee: Lage bleibt kritisch
Vielerorts stabilisierte sich die Lage im Lauf des Tages oder
entspannte sich sogar leicht. Hingegen nahmen die Wassermengen in der
Aare bei Hagneck, im Rhein bei Basel und in der Saane bei Freiburg noch
zu. Laut Koch lag die Abflussmenge der Aare zwischen Bielersee und
Rheinmündung über jener vom 2005. Auch im Raum Kaiserstuhl - Basel
übertrafen die Werte jene von 2005, kamen jedoch nicht an jene des
Elementarschadenjahres 1999 heran.
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Ebenfalls stiegen die
Wasserstände einiger Seen. Der Bielersee beispielsweise erreichte die
Hochwassergrenze kurz vor 9.30 Uhr und stieg auch im Tagesverlauf
weiter an, wie Koch ausführte. «Hier ist die Sache noch nicht
ausgestanden, solange die Saane und der Thunersee so viel Wasser
führen», fügte er an. Trotz leichtem Anstieg dürften aber Brienzer- und
Vierwaldstättersee die Hochwassergrenze nicht erreichen.
Aargau: Lage stabilisiert sich
Die Stadt Thun meldete, der See habe die Schadensgrenze kurz vor
14 Uhr überschritten. Trotz Wetterberuhigung gingen die Behörden von
einem Ansteigen des Pegels um weitere 20 Zentimeter auf die Höhe von
558,50 Meter über Meer aus.
Aus dem Aargau meldete der Kantonale Führungsstab, die
Aare bei Brugg habe am Mittag einen Stand von 1384 Kubikmeter pro
Sekunde erreicht; der Alarmwert liege bei 1050 Kubikmetern. Die
Wasserstände aller Flüsse im Aargau seien aber tendenziell langsam
abnehmend. Dass die Abflussmenge aus dem Zürichsee in den frühen
Morgenstunden reduziert wurde, habe sich positiv auf den
Aarewasserstand ausgewirkt.