Mehrere Quartiere waren überschwemmt, ein Gebäude stürzte ein. Verletzt wurde niemand. Die Abflussmenge der Aare in der Stadt lag am Vormittag bei rund 1500 Kubikmetern, rund 400 Kubikmeter über der Schadengrenze. Sie blieb allerdings stabil.
Auch weiter flussabwärts trat die Aare über die Ufer. Betroffen sind
einige Quartiere von Aarau, und in Döttingen wurde der Aaredamm
überschwemmt. Ein Einkaufszentrum musste geschlossen werden, rund 50
Leute wurden evakuiert. Im Aargau steigen die Pegel sowohl im Rhein als
auch in der Aare weiter an.
Die Lage in Brugg und Rheinfelden ist nach wie vor kritisch. Im Baselbiet wurde eine Transformatorenstationen überflutet, was zu Stromausfällen führte. In Laufen wurde wegen Überschwemmungen zudem sicherheitshalber das Gas abgestellt. In Basel trat der Rhein vorerst nicht über die Ufer, allerdings musste die Rheinschifffahrt eingestellt werden.
Chaotisch präsentiert sich die Lage in und um Delsberg. Der Zugang zum Hauptort des Kantons Jura war am Morgen unterbrochen. Grund war hauptsächlich die an verschiedenen Stellen über die Ufer getretene Birs. Aber auch die Sorne bedrohte mehrere Quartiere Delsbergs sowie verschiedene Dörfer.
Stark betroffen vom Dauerregen ist auch das Waadtländer Chablais. Dort hat - einmal mehr - der aus den Waadtländer Alpen in die Rhoneebene herunterstürzende Bach Eau Froide grosse Schäden verursacht. Am Mittwochabend mussten einzelne Häuser sowie drei Campingplätze evakuiert werden.
Gespannt präsentierte sich die Lage teilweise auch im Kanton
Freiburg. Das Tal der Galtera ist gesperrt. Bei Aufräumarbeiten kam es
zu zwei Unfällen. In Bösingen wurde ein Feuerwehrmann beim Auspumpen
eines Kellers verletzt. In Wünnewil wurden zwei Feuerwehrleute und zwei
Zivilisten Opfer einer Kohlenmonoxyd-Vergiftung.
Mit einem blauen Auge davongekommen sein dürfte die Stadt Bern. Dort gibt es in den aarenahen Gebieten nur geringe Schäden und die Polizei rechnet nicht damit, dass sich die Situation verschlimmert.
Auch im Berner Oberland begannen sich die Bäche zu beruhigen,
grössere Schäden richteten sie nicht an. Der Thunersee drohte jedoch
über die Ufer zu trete. Am Morgen hatte bereits der Bielersee die
Schadengrenze erreicht, und auch die Schüss drohte über die Ufer zu
treten.
Ebenfalls etwas
entspannt hat sich die Lage in der Innerschweiz: An der Kleinen Emme im
Kanton Luzern konnten vorsorgliche Strassensperrungen aufgehoben
werden, und 65 Personen, die in Malters evakuiert worden waren, konnten
in ihre Häuser zurückkehren. Die Pegel von Reuss und Kleiner Emme sind
nach Angaben der Kantonspolizei am Sinken. Ein ähnliches Bild bietet sich in der Ostschweiz: Nach den heftigen
Regenfällen in der Nach war der Pegel der Thur am Donnerstag am Sinken.
Auch in dieser Region hatten Feuerwehren aber alle Hände voll zu tun
mit Aufräumarbeiten bei kleineren Erdrutschen, überfluteten Kellern,
Tiefgaragen und Strassen.