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Aug 09, 2007

Die Pegel von Aare und Rhein steigen weiter

Beruhigung der Hochwasserlage an einigen Orten — Viele Schäden

Die Schweiz ist von den schwersten Unwettern seit zwei Jahren heimgesucht worden. Nach sintflutartigen Regenfällen kämpfen Tausende von Helfern gegen das Hochwasser an. Weit über hundert Personen mussten in Sicherheit gebracht werden.



Die heftigen Regenfälle der letzten 24 Stunden haben weite Teile der Schweiz in Mitleidenschaft gezogen. Flüsse und Seen traten über die Ufer, Verkehrswege wurden unterbrochen, Dutzende Menschen mussten evakuiert werden.

Besonders betroffen waren das Mittelland und die Nordwestschweiz. Im Kanton Solothurn waren am Donnerstagmorgen mindestens 200 Haushalte ohne Strom. In Olten ist die Lage kritisch, die Polizei Kanton Solothurn sprach von einer «katastrophalen» Situation.

Mehrere Quartiere waren überschwemmt, ein Gebäude stürzte ein. Verletzt wurde niemand. Die Abflussmenge der Aare in der Stadt lag am Vormittag bei rund 1500 Kubikmetern, rund 400 Kubikmeter über der Schadengrenze. Sie blieb allerdings stabil.

Aare tritt über die Ufer

Auch weiter flussabwärts trat die Aare über die Ufer. Betroffen sind einige Quartiere von Aarau, und in Döttingen wurde der Aaredamm überschwemmt. Ein Einkaufszentrum musste geschlossen werden, rund 50 Leute wurden evakuiert. Im Aargau steigen die Pegel sowohl im Rhein als auch in der Aare weiter an.

Die Lage in Brugg und Rheinfelden ist nach wie vor kritisch. Im Baselbiet wurde eine Transformatorenstationen überflutet, was zu Stromausfällen führte. In Laufen wurde wegen Überschwemmungen zudem sicherheitshalber das Gas abgestellt. In Basel trat der Rhein vorerst nicht über die Ufer, allerdings musste die Rheinschifffahrt eingestellt werden.

Chaos in Delsberg

Chaotisch präsentiert sich die Lage in und um Delsberg. Der Zugang zum Hauptort des Kantons Jura war am Morgen unterbrochen. Grund war hauptsächlich die an verschiedenen Stellen über die Ufer getretene Birs. Aber auch die Sorne bedrohte mehrere Quartiere Delsbergs sowie verschiedene Dörfer.

Stark betroffen vom Dauerregen ist auch das Waadtländer Chablais. Dort hat - einmal mehr - der aus den Waadtländer Alpen in die Rhoneebene herunterstürzende Bach Eau Froide grosse Schäden verursacht. Am Mittwochabend mussten einzelne Häuser sowie drei Campingplätze evakuiert werden.

Gespannt präsentierte sich die Lage teilweise auch im Kanton Freiburg. Das Tal der Galtera ist gesperrt. Bei Aufräumarbeiten kam es zu zwei Unfällen. In Bösingen wurde ein Feuerwehrmann beim Auspumpen eines Kellers verletzt. In Wünnewil wurden zwei Feuerwehrleute und zwei Zivilisten Opfer einer Kohlenmonoxyd-Vergiftung.

Bern weitgehend verschont

Mit einem blauen Auge davongekommen sein dürfte die Stadt Bern. Dort gibt es in den aarenahen Gebieten nur geringe Schäden und die Polizei rechnet nicht damit, dass sich die Situation verschlimmert.

Auch im Berner Oberland begannen sich die Bäche zu beruhigen, grössere Schäden richteten sie nicht an. Der Thunersee drohte jedoch über die Ufer zu trete. Am Morgen hatte bereits der Bielersee die Schadengrenze erreicht, und auch die Schüss drohte über die Ufer zu treten.

Ebenfalls etwas entspannt hat sich die Lage in der Innerschweiz: An der Kleinen Emme im Kanton Luzern konnten vorsorgliche Strassensperrungen aufgehoben werden, und 65 Personen, die in Malters evakuiert worden waren, konnten in ihre Häuser zurückkehren. Die Pegel von Reuss und Kleiner Emme sind nach Angaben der Kantonspolizei am Sinken.

Ein ähnliches Bild bietet sich in der Ostschweiz: Nach den heftigen Regenfällen in der Nach war der Pegel der Thur am Donnerstag am Sinken. Auch in dieser Region hatten Feuerwehren aber alle Hände voll zu tun mit Aufräumarbeiten bei kleineren Erdrutschen, überfluteten Kellern, Tiefgaragen und Strassen.


Last Update:   Aug 09, 2007 - jbg

Content Source:   nzz.ch; (sda)



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